Gemeinderatswahl Glarus-Nord
Thomas Kistler hat im zweiten Wahlgang die Wahl zum Gemeindepräsidium gewonnen. Leider wurde damit ein Kandidat gewählt, der für die Windkraftwerke und damit die Zerstörung unserer Heimat eintritt. Nachfolgend seine Position gemäss Interview in der Südostschweiz sowie seine Antwort auf unsere Umfrage zum 700m-Mindestabstandsantrag.

Thomas Kistler

Es braucht diesen Windpark, wenn die Auflagen erfüllt werden können.

Frage der Südostschweiz (24.01.2018): Gegen das geplante Windkraftwerk in der Linthebene regt sich Widerstand. Wie ist Ihre Position?

Thomas Kistler: Wir müssen irgendwo den Strom produzieren, wenn wir weg wollen von Braunkohle und Atomkraft und die letzten natürlichen Bachläufe nicht auch noch für Wasserkraft verbauen wollen. Darum braucht es auch diesen Windpark, wenn die Auflagen erfüllt werden können. Und es braucht auch noch mehr Anstrengungen, Strom zu sparen. Umso mehr, als auch noch ein Wechsel zu Elektroautos vor uns liegt.

Position zum 700m-Mindestabstandsantrag

 

LinthGegenWind hat eine Umfrage unter den Kandidaten gemacht und folgende Frage gestellt: Aktuell 124 Gemeindebürger haben einen Antrag an die Gemeindeversammlung eingebracht, einen Mindestabstand von 700 Metern zwischen Windkraftanlagen und Wohnbauten festzulegen. Begründet wird dies damit, dass der derzeit geltende Mindestabstand von 300 Metern viel zu gering ist, um die Anwohner vor den negativen Auswirkungen der 200 Meter hohen Windräder zu schützen. In mehreren deutschen und österr. Bundesländern gilt z. B. ein Mindestabstand von 1‘000 Metern oder mehr. Wie ist Ihre Position zu dem Antrag?

Thomas Kistler: Für mich liegen zuwenig Fakten auf dem Tisch. Ich möchte vor einer Abstimmung über den Mindestabstand die Resultate der Umweltverträglichkeitsprüfung mit den Aussagen zu Lärm und anderen Immissionen sehen. Grundsätzlich müssen wir irgendwo nachhaltige Energie produzieren, wenn wir nicht weiter von Atomenergie, Kohle, Gas und Erdöl abhängig sein wollen und auch nicht auf alle elektrischen Geräte und auf unbegrenzte Mobilität verzichten wollen. Nachhaltig handeln, heisst, dass wir weder Immissionen nur Einzelnen zumuten dürfen noch dass wir einfach verlangen dürfen, dass die Energie, die wir unbegrenzt verfügbar haben wollen, irgendwo produziert wird – nur nicht bei uns. 

Ich betone, dass die erste Antwort zu Ihrem Antrag vom «alten» Gemeinderat gegeben werden muss; dieser ist noch bis 30.6.2018 im Amt. Dass die Stimmbürger einen Antrag stellen können, über welchen abgestimmt werden soll, steht für mich ausser Frage – das ist das demokratische Recht. Genauso hat der Gemeinderat das Recht auf eine Stellungnahme und auch die allfälligen Investoren haben das Recht auf eine Stellungnahme zum Antrag. Entscheiden wird die Gemeindeversammlung (und weder der Gemeindepräsident noch der Gemeinderat).

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