Leserbrief in der Südostschweiz/Glarner Nachrichten, 24. April 2018

Widersprüchlicher WWF

Zu den Artikeln «WWF gibt Linthwind Chance» und «Die Mission des Friedrich Buer»

Der WWF nennt sich Organisation für Natur und Umweltschutz. Dann kann er sich doch nicht für die Verschandelung der Landschaft einsetzen. Am 11. April hiess es gross «Der WWF unterstützt die Energiewende, deshalb könne er die Windkraft nicht generell bekämpfen.» Wie bitte? Der WWF will also, dass die im Linthgebiet geplanten fünf 200 Meter hohen Windturbinen bis zu 300 Meter nah an Wohnhäuser gebaut werden können. Er stellt sich somit gegen den Antrag der Gegner des Windparks an die Gemeindeversammlung Glarus Nord, einen Mindestabstand von 700 Meter zu verankern.

Welche Gefahren ein Windpark für Vögel und Fledermäuse bedeutet, war im Artikel über den Vortrag des Friedrich Buer zu lesen. Dass fehlender Wind in Deutschland auch bedeutet, dass Kohlekraftwerke – auch schmutzige Braunkohle – dann die Stromversorgung sicherstellen müssen, kann doch eine Umweltschutzorganisation nicht mit gutem Gewissen vertreten. Dies ist eine unehrliche Politik und gehört an den Pranger gestellt. In der Schweiz haben wir ausser Bildung, Arbeitsethos und schönen Landschaften keine Ressourcen. Mit Windkraftprojekten töten wir nicht nur viele weitere Vögel und Fledermäuse, sondern vertreiben auch Touristen. Und nicht zuletzt setzen wir unsere eigene Bevölkerung für 20 Jahre Lärm, Schattenwurf und Eiswurf aus. Wer schützt die Natur vor den "Umweltschützern"?

Irene Aegerter aus Wollerau

© LinthGegenwind